Borreliose - Syphilis aus dem Wald
Wichtige Informationen

Zecken

Die Zecke ist ein weltweit verbreiteter blutsaugender Parasit, der sich vom Blut seiner Wirte ernährt. Die Zecke hat als Überträger von Krankheiten auf Mensch und Tier zweifelhafte Berühmtheit erlangt.

Ist die Zecke mit Krankheitserregern infiziert, kann ein an und für sich harmloser Zeckenstich zur Gefahr für Mensch, Pferd & Hund werden.

Sticht sie zu, können diese Krankheitserreger in den Körper des Blutwirts gelangen.

Wo ist mit Zecken zu rechnen?

Die folgenden Angaben beziehen sich in erster Linie auf den Gemeinen Holzbock (zoologischer Name Ixodes ricinus), die mit Abstand häufigste Zecke in Mitteleuropa. Es gibt auch Zeckenarten, die in anderen Lebensräumen vorkommen.

Bis zu welcher Höhe ist im Gebirge in Mitteleuropa mit Zecken zu rechnen?

Wissenschaftliche Untersuchungen in Tschechien kamen zu dem Ergebnis, dass bis in etwa 1200 m Höhe (in einigen Fällen bis 1500 m Höhe) mit Zecken gerechnet werden muss.

Studien aus der Schweiz zeigen, dass die Zeckendichte bis in Lagen von ca. 800–1000 m noch recht hoch sein kann. In größeren Höhen nimmt die Dichte in der Regel ab, denn dort limitiert vor allem die kurze Vegetationsperiode mit relativ geringen Temperaturen die Entwicklung und damit das Vorkommen des Gemeinen Holzbocks.

Im tschechischen Riesengebirge konnten Forscher nachweisen, dass Zecken inzwischen auch in einer Höhe von 1250 Metern vorkommen. Die Wissenschaftler suchten über fünf Jahre in verschiedenen Höhen nach Zecken und entdeckten dabei neue Populationen.

Mit der Flag-Methode kann man herausfinden, wie viele Zecken in einem bestimmten Gebiet leben. Dabei ziehen die Wissenschaftler ein helles Tuch über ein genau definiertes Areal.

Die dort lebenden Zecken verfangen sich darin und können gezählt werden. Im Riesengebirge zählten die Wissenschaftler in 600 bis 800 Meter nach einer Stunde Flagging durchschnittlich 31 Nymphen, in 800 bis 1000 Meter fanden sie 17,6 und in 1000-1200 Metern Höhe noch 2,3 Tiere.

Der Donau-Alpen-Adria-Raum, also Süddeutschland, Österrreich, die Schweiz und Teile Norditaliens gelten als Hauptverbreitungsgebiet “Endemiegebiet” von  Zecken.
 

 

Man hat aber auch schon im hohen Norden am Polarkreis Zecken gefunden.

Zecken gibt es überall. Auch im hohen Norden Deutschlandes, also bundesweit. Das Risikogebiet, welches Sie nun vielleicht im Kopf haben, ist das irreführende Plakat in Arztpraxen. Es bezieht sich jedoch, genau wie der Zeckenimpfschutz nur auf die seltene FSME.
 

Somit ist ganz Deutschland ein Risikogebiet für Lyme Borreliose.

Viele Zeckenstiche bleiben häufig unbemerkt.  Zecken betäuben mit ihrem Speichel, der übrigens in der Forschung gegen Krebs erfolgreich eingesetzt worden ist, die Einstichstelle.

Die winzigen Nymphen gelten als Hauptüberträger.
Sehen Sie hier die geringe Größe im Nymphenstadium.


 


In Bayern nennt man Zecken häufig “Holzbock”. Zecken gehören als Milben zu den Spinnentieren und sind deswegen gefährlich, weil sie viele Krankheiten übertragen können.

Zecken sind kleiner als ein Streichholzkopf. Wenn sie sich mit Blut vollgesogen haben, können Sie die Größe von Rosinen bis zu Kirschen (3 cm) erreichen.



Eine weitere Zeckenart ist längst in Deutschland heimisch. Die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus).
Jene ist gefürchtet als Überträger der Babesiose, auch Hundemalaria genannt.



Sie ist lauffreudig, angriffslustig und wesentlich größer als der "gemeine Holzbock " Ixodes ricinus.