Borreliose - Syphilis aus dem Wald
Wichtige Informationen

Pferdebremsen

Wie bitte? Auch Pferdebremsen und andere blutsaugende Insekten können Lyme Borreliose übertragen?


Ja. Die Pferdebremse (Tabanus sudeticus) ist ebenfalls ein möglicher Überträger der Lyme Borreliose!

Wir beobachten immer wieder Fälle, bei denen der Patient von einer frischen Infektion durch einen Pferdebremsenstich berichtet.
Blutsaugende Insekten, wie die Pferdebremse, können Erreger von Mensch/Tier zu Mensch/Tier übertragen, da sie bei einem Biß 0,2 ccm Blut aufnehmen kann.

Nur die Weibchen der Pferdebremse sind Blutsauger und warten gerne im Schatten an den Rändern von Feldern, Wiesen, Weiden und Wäldern auf ihre Opfer. Bei schwüler Witterung können die Tiere recht aggressiv werden und z.B. einem eine Wandertour in diesen Gebieten verleiden.

Die Pferdebremse besitzt sehr große Beißwerkzeuge und injiziert beim Biß ein Sekret in die betroffene Stelle, was nachher zu langanhaltenden Schwellungen führen kann.


Leider, muss man aus wissenschaftlicher Sicht diesen Fakt der möglichen Übertragung von Borrelien eindeutig bestätigen.
Anbei eine kleine Sammlung an publizierten med. Studien zum Thema.

Bereits im Jahr 1986 hätte die Magnarelli Studie richtungsweisend sein können!

Quelle/Source:
The Journal of Infectious Diseases . Vol.
154, No. 2 .August 1986 "The Etiologic Agent
of Lyme Disease in Deer Flies, Horse flies, and Mosquitoes"
Authors: Louis A. Magnarelli, John F. Anderson, Alan G. Barbour


 
"...Discussion
This is the first report of B. burgdorferi in horse flies, deer flies and
mosquitoes. ....the number of infected deer flies and horse flies varied with the species and sampling areas....Also, like mosquitoes and other biting insects, the blood- feeding behavior of female tabanids differs within and between species, and infection may be correlated , in part, with the quantities of blood ingested....... ......Serological studies of mammals and identification of B. burgdorferi have established that this agent is widely
distributed within given habitats in the United States and that closely related strains exist in Europe. The presence of this bacterium in tabanids and mosquitoes increases the risk of Lyme disease in tick infested areas. these and other blood sucking arthropods should recieve further consideration in ecological and epidemiological studies of this disease and of related disorders. ..."

 



Der Arbeitskreis Blut des Bundesministeriums für Gesundheit gibt als nationales Beratungsgremium Stellungnahmen zu neuartigen Erregern ab, bewertet neue Erkenntnisse zu bekannten Erregern und erarbeitet entsprechende Empfehlungen für die Fachöffentlichkeit. Diese Serie von Stellungnahmen zu einzelnen Erregern wird als Zusammenfassung des aktuellen Wissensstandes veröffentlicht, speziell unter transfusionsmedizinisch relevanten Aspekten (Bundesgesundheitsbl 41: 53, 1998).

Frühere Beiträge befassten sich mit der Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung, dem Parvovirus B19 und dem GB-Virus Typ C (Hepatitis-G-Virus), (Bundesgesundheitsbl 41: 78-90, 1998), HTLV-I/-II (Bundesgesundheitsbl 41: 512, 1998), Yersinia enterocolitica (Bundesgesundheitsbl 42: 613, 1999), TT-Virus (Bundesgesundheitsbl 43: 154-156, 2000), Hepatitis B Virus (HBV), (Bundesgesundheitsbl 43: 240-248, 2000) und Humanes Cytomegalovirus (HCMV), (Bundesgesundheitsbl 43: 653-659, 2000), Hepatitis a Virus (Bundesgesundheitsbl 44: 844-850, 2001), Treponema pallidum (Bundesgesundheitsbl 45: 818-826, 2002), Hepatitis-C-Virus (Bundesgesundheitsbl 46: 712-722, 2003), Humanes Immunschwächevirus (HIV) (Bundesgesundheitsbl 47: 83-95, 2004), Arboviren - durch Arthropoden übertragbare Viren (Bundesgesundheitsbl 47: 910-918, 2004), Coxiella burnetii - Erreger des Q-(query-)Fiebers (Bundesgesundheitsbl 48: 814-821, 2005), Variante Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (Bundesgesundheitsbl 48: 1082-1090, 2005) und Influenzaviren (Bundesgesundheitsbl 50:1185-1193, 2007)

Anaplasma phagocytophilum, marginatum

Bartonella henselae

Borrelia burgdorferi, afzelii, garinii

Coxiella burnetii

Ehrlichia chaffeensis

Francisella tularensis

Rickettsia prowazekii, akari, rickettsii

Yersinia pestis

Die Krankheiten, die durch die genannten Bakterien ausgelöst werden, sind im Wesentlichen Zoonosen und als solche als vom Tier auf den Menschen übertragbare Krankheiten seit etwa 100 Jahren bekannt. Einzelne Erreger sind teils erst in den vergangenen Dekaden beschrieben worden. Aufgrund von molekularbiologischer Analysen werden Rickettsia prowazekii Ehrlichia und Anaplasma in die Rickettsiales, Bartonella in die alpha-2-Proteobakterien und Coxiella, Rickettsia gryll. und Francisella tularensis in die gamma-Proteobakterien und Yersinia pestis in die Enterobakterien klassifiziert.

Die meisten Arbobakterien wachsen vorzugsweise intrazellulär, Borrelien hingegen intra- und extrazellulär, und Yersinia vorzugsweise extrazellulär. Die genannten Arbobakterien zeigen, wenn sie durch Zecken übertragen werden, saisonal gehäuftes Vorkommen und ein teils geändertes Antigenrepertoire in Vektor und Säuger. Rickettsia prowazekii wird über die Laus ganzjährig und weltweit übertragen.

Wesentliche gemeinsame klinische Symptome der Infektion sind Fieber, Exanthem, Kopfschmerzen und Lymphknotenschwellung, teils ein ausgeprägtes Erythem an der Einstichstelle und enzephalitische Erscheinungen. Neutropenie und Thrombozytopenie können folgen.

Therapie: Das Mittel der Wahl gegen die meisten dieser Bakterien ist Doxycyclin, gefolgt von Chloramphenicol und Cephalosporinen. Chinolone sind gegen R. prowazekii unwirksam. Mittel der Wahl gegen Yersinia pestis und Francisella tularensis sind Streptomycin oder Gentamicin, weiterhin wirksam sind Doxycyclin oder Ciprofloxacin.

Coxiella burnetii ist gesondert abgehandelt worden und wird in dieser Übersicht deswegen nicht aufgeführt [ 2], ebenso selten vorkommende bzw. reine Tropenerkrankungen. Der orientalische Rattenfloh (Xenopsylla cheopsis) soll Yersinia pestis am effektivsten übertragen. Des Weiteren sind über 30 Floharten bekannt, die als Zwischenwirte Yersinia pestis übertragen können, unter anderem Pulex irritans (Menschenfloh), welcher bei Mensch-zu-Mensch-Übertragungen eine Rolle spielen kann. Die menschliche Laus kann ebenfalls ein Vektor zur Übertragung von Yersinia pestis sein.

Im Folgenden sind Ausführungen zum allgemeinen Wissensstand, zu den Erregereigenschaften, der Infektionskrankheit, der Epidemiologie, den Nachweisverfahren sowie dem Erregervorkommen in der Spenderpopulation erregerspezifisch einzeln abgehandelt, gefolgt von Ausführungen über Epidemiologie, Abwehrlage, Therapie und Prophylaxe in Empfängerkollektiven und einer zusammenfassenden Bewertung für alle Erreger. Die Nummerierung der Abschnitte folgt der in den Veröffentlichungen der Untergruppe des Arbeitskreises Blut "Bewertung Blut-Assoziierter Erreger" verwendeten einheitlichen Struktur.

1 Anaplasma und Ehrlichia

1.1 Wissensstand über den Erreger

Die Einteilung erfolgt heute nach der Trennung von Ehrlichia und Anaplasma in:

Anaplasma: A. phagocytophilum, platys, marginale,

Ehrlichia: E. chaffeensis mit dem Hauptwirt Pferd und Infektion beim Menschen, E. ewingii und E. canis mit Hauptwirt Hund und selten Infektion beim Menschen.

Bis 1987 galt die Infektion mit Ehrlichia nur als Tierkrankheit. Die erste Beschreibung von Ehrlichiose beim Hund erfolgte 1935 in Algerien mit den charakteristischen Einschlüssen in Monozyten in der Giemsa-Färbung. Die erste menschliche Erkrankung wurde als Sennetsu Neorickettsiose aus Japan und Malaysia berichtet. Die erste Beschreibung aus USA-Arkansas nach Zeckenstich stammt aus dem Jahr 1986.

1994 wurde Anaplasma phagocytophilum als unterschiedlicher Infektionserreger beschrieben und die zugeordnete Krankheit als human granulocytotropic anaplasmosis (HGA) bezeichnet .

Textauszug: www.umwelt-online.de/recht/gefstoff/gen_tech/bekanntm/gesbl_07_1192_ges.htm

From : Taber's Medical Dictionary
Tabanids--a member of the dipterous family Tabanidae.
Tabinidae- A family of insects belonging to the order Diptera. It includes horseflies, gadflies, deer flies, and mango flies, all bloodsucking insects that attack humans and other warm-blooded animals. Tabanidae is important because flies serve in the transmission of the filaria worm, Loa loa, tularemia, anthrax and other diseases. Their bites are extremely painful and heal with difficulty.
___________________________
".........Studies have demonstrated that deerflies,
horseflies, and mosquitos can carry the B. burgdorferi
spirochete......."

source: Lyme Disease and Its Neurological Complications
author Michael F. Finkle, MD
source: Archives of Neurol--Vol. 45, Jan 1986

".....in some parts of the United States, 100% of the
examined ticks have been infected.............

"...Ticks species that are themselves infected to a higher
degree will increase the reservoir pool among the different
animal species and increase the likelihood that human
beings will become infected.(21,22,28-33) Studies
also indicate that birds can serve as hosts......
..and thus act as reservoirs for B. burgdorferi. The bird reservoir
allows for long distance dispersal of the spirochete within and between continents.........

Studies have demonstrated that deerflies,
horseflies, and mosquitos can carry the B. burgdorferi
spirochete....The percentage of infected flies increases in areas
where I. dammini is present. Therefore, these flies are probably serving as secondary vectors....."
[I. dammini was name the given to the
deer tick I. scapularis-- for a short time --someone thought
it was a new species]

"An additonal concern for clinicians is the possibility that the ..tick may simulataneously expose an individual to two organisms that
can present with central nervous system symptoms.
Cases have been reported in Wisconsin and New York
of people with direct infection as well as antibodies
against both the Babesia microti organism and the B. burgdorferi
spirochete." (104-106)
______________________________

Infection 1999;27(4-5):275-7 Related Articles, Books

Isolation of Borrelia afzelii from overwintering Culex pipiens biotype molestus mosquitos.

Halouzka J, Wilske B, Stunzner D, Sanogo YO, Hubalek Z

Institute of Vertebrate Biology, Academy of Sciences of the Czech Republic,
Brno.

[Medline record in process]

During the years 1995-1996, a total of 1,743 overwintering Culex pipiens
biotype molestus female mosquitoes were tested for the presence of spirochetes
in several localities in South Moravia, Czech Republic.The spirochetes were
observed in 5% of the mosquitoes investigated. One of the five isolated strains
of spirochetes (BR-84) was identified as Borrelia afzelii. The potential role
of mosquitoes in the ecology and epidemiology of Lyme disease (LD) borreliae
should be further investigated.

PMID: 10885843, UI: 20340391
________________________

Title: Investigation of haematophagous [blood sucking] arthropods for
borreliae--summarized
data, 1988-1996.
Authors: Hubalek Z, Halouzka J, Juricova Z
Source: Folia Parasitol (Praha) 1998;45(1):67-72
Organization: Institute of Landscape Ecology, Academy of Sciences of the Czech
Republic, Brno, Czech Republic. zhubalek@brno.cas.cz

Abstract:

Blood-sucking arthropods, collected in South Moravia, Czech Republic, were
examined by darkfield microscopy for borreliae from 1988 to 1996. Among
host-seeking ixodid ticks (8481 Ixodes ricinus (L.), 372 Dermacentor
reticulatus (Fabr.), 167 Haemaphysalis concinna Koch), borreliae were only
observed in adult (23.2%), nymphal (17.2%) and larval (6.3%) I. ricinus. The
prevalence of borreliae in I. ricinus did not vary considerably among habitats
except for lower values in agroecosystems, xerothermic oak woods and
grasslands. The frequency of intensity of spirochaetal infection (log10 counts
of borreliae per tick) in I. ricinus approximated the negative binomial
distribution. The proportions of host-seeking female and nymphal ticks
containing > 100 borreliae were 5.0% and 1.7%, respectively. Among preimaginal
ticks (749 I. ricinus, 222 D. reticulatus, 82 H. concinna) parasitizing
free-living forest birds and small mammals, borreliae were detected in 6.1% of
larval and 10.3% of nymphal I. ricinus, and in one larval H. concinna; 3.2% of
the birds and 19.4% of the mammals carried infected ticks. Among 3464 female
mosquitoes (Culicidae) of 6 species, 4.1% contained spirochaetes: 1.4% of Aedes
vexans Meig., 1.3% of A. cantans (Meig.), 2.2% of A. sticticus (Meig.), 2.2% of
Culex pipiens pipiens L. and 5.9% of C. p. molestus Forskal. Borreliae were
also detected in 8.4% of 142 fleas (Siphonaptera, largely Ctenophthalmus
agyrtes Heller and Hystrichopsylla talpae Curtis) collected from small mammals.
Twelve isolates of B. burgdorferi sensu lato have been identified to
genospecies: 6 strains from I. ricinus (4 Borrelia garinii Baranton et al., 1
B. afzelii Canica et al. and 1 B. lusitaniae Le Fleche et al.), 1 strain from
A. vexans (B. afzelii), 2 strains from C. agyrtes (B. afzelii), and 3 strains
from host rodents (B. afzelii).

Language: Eng

Unique ID: 98178065
________________

"...... The potential role of mosquitoes in the
epidemiology of Lyme borreliosis should be investigated..."

Title: Isolation of the spirochaete Borrelia afzelii from the mosquito Aedes
vexans in the Czech Republic.
Authors: Halouzka J, Postic D, Hubalek Z
Source: Med Vet Entomol 1998 Jan;12(1):103-5
Organization: Institute of Landscape Ecology, Academy of Sciences of the Czech
Republic.

Abstract:
During the years 1993-1995, a total of 3580 culicine mosquitoes of six species
were collected in South Moravia, Czech Republic, and examined by dark-field
microscopy for the presence of borreliae. Females of Aedes cantans, Ae.
sticticus, Ae. vexans, Culex pipiens and Cx pipiens biotype molestus (but not
Ae. geniculatus or Culiseta annulata) harboured spirochaetes, the frequencies
ranging from 0.7% to 7.8%. One isolate (BR-53) from Ae. vexans was identified
as Borrelia afzelii genospecies. The potential role of mosquitoes in the
epidemiology of Lyme borreliosis should be investigated.

Language: Eng

Unique ID: 98175133
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Title: The review of studies in vector ecology in Russia.
Authors: Nikolaeva N
Source: Bull Inst Marit Trop Med Gdynia 1996;47(1-4):73-83
Organization: Institute of Plant and Animal Ecology, Ekaterinburg, Russia.

Abstract:
Studies on the vector ecology conducted in the Ural Region and elsewhere in the
former Soviet Union and in Russia in the years 1970-1995, are reviewed. For
many years, the information on the incidence of parasitic and vector-borne
diseases in the Soviet Union was not available. The recently published data
indicated that the actual figures for these diseases were many times higher
than those which were officially reported.

Language: Eng

Unique ID: 97255720
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".......Transmitted by deer
ticks, mosquitoes, and deer flies...."

Title: Ocular lyme disease.
Authors: Hunt L
Source: Insight 1996 Jun;21(2):56-7
Organization:

Abstract:
Lyme disease is reported from all over the United States. Transmitted by deer
ticks, mosquitoes, and deer flies, it affects numerous organ systems. All age
groups are vulnerable to this disease and must be educated about early signs
and symptoms to speed diagnosis and appropriate treatment.

Language: Eng

Unique ID: 97112806
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source: Lyme Disease 1991
Patient/Physician Perspectives from the U.S. and Canada

Skin Manifestations of Lyme Disease by John Drulle M.D.

"Since Lyme disease is a widely disseminated, multi-organ system disease,
skin involvement is common, and occurs in about half of those infected.......

"The pathognomonic (diagnostic) rash of early Lyme is called EM(erythema
migrans--in Latin LErythema means redness, and migrans means migratory or
expanding). It usually appears at the site of the tick, flea, fly, or
mosquito bite several days to a year or more later. (It was recently
reported that 18% of the cases of Lyme in Austria are due to bites of
non-tick vectors such as flies and perhaps mosquitos.
Borrelia burgdorferi -Lyme spirochete- has been isolated from these insects.)

The fact that one half of people who develope Lyme do not recall a tick bite may be partially explained by non-tick vectors.